Ein Außensensor meldet 22,4 °C, drei Minuten später bleibt das Feld leer. In der Auswertung erscheint die Temperaturkurve als unterbrochene Linie, die Windrose verliert ihre Spitzenwerte. Der Ausfall ist fast nie ein Defekt des Sensors, sondern eine Funkstrecke, die an ihre Grenzen stößt – ein Muster, das sich bei Wettigo-Nutzern mit wachsendem Sensorpark häuft.
Das Problem: Teilausfälle statt Totalausfälle
Die Mehrzahl der Störungen zeigt sich nicht als sauberer Verbindungsabbruch, sondern als schleichender Datenverlust. Ein Beispiel: Eine Station mit Regenmesser, Windsensor und drei Innensensoren liefert über Wochen plausible Werte, doch die Niederschlagsmeldungen fehlen auffällig oft zwischen 14 und 16 Uhr – genau dann, wenn die Sonne auf das Gehäuse des Außensensors brennt. Wer nur die Statusanzeige „verbunden“ prüft, hält das System für intakt und interpretiert die Lücken später als Wetterphänomen. Die Konsequenz: Jede Auswertung braucht eine Prüfung auf Sendelücken, nicht nur auf Verbindungsstatus.
Die Ursache liegt selten in der reinen Entfernung
Hersteller nennen Freifeldreichweiten von rund 100 Metern, doch in Gebäuden entscheidet die Dämpfung, nicht die Distanz. Eine tragende Wand aus Stahlbeton mit Armierung kostet leicht 20 dB und mehr, eine mit Feuchtigkeit gesättigte Kalksandsteinwand ebenfalls zweistellige Werte. Ein Sensor, der drei Meter hinter einer solchen Wand sitzt, ist schlechter versorgt als einer 40 Meter entfernt im offenen Garten.
Metall, Nässe und Fensterbeschichtung als unsichtbare Blocker
Wärmedämmverglasung mit Metallbedampfung wirkt im 868-MHz-Bereich wie ein Faradayscher Käfig. Wer den Empfänger im Wintergarten positioniert, tauscht Bequemlichkeit gegen Messlücken. Ein Testaufbau mit zwei Standorten – einmal hinter Glas, einmal an der Innenwand ohne Fensterbezug – zeigt den Unterschied meist innerhalb einer Stunde.
Der Duty-Cycle macht aus Störungen Systemfehler
Im 868-MHz-SRD-Band gilt eine Einschaltdauer von einem Prozent pro Stunde, also rund 36 Sekunden Sendezeit. Kurze Sendeintervalle und viele Sensoren teilen sich dieses knappe Budget. Kollidiert ein Telegramm mit dem eines Nachbargeräts, verwirft der Empfänger es ohne Wiederholung. Bei einem Regenmesser bedeutet das nicht nur einen fehlenden Wert, sondern eine dauerhaft zu niedrige Monatssumme – ein systematischer Fehler, der sich nicht herausrechnen lässt.
Vier Schritte zur belastbaren Diagnose
- Empfängerstandort variieren: Das Gateway oder die Basisstation zunächst in die Gebäudemitte rücken, nicht an die Außenwand.
- Sensoren einzeln anmelden und je 24 Stunden betreiben, um Kollisionen von Dämpfungsproblemen zu trennen.
- Sendeintervalle spreizen – etwa ungerade Zykluszeiten wählen, damit Telegramme nicht dauerhaft synchron laufen.
- Logging aktivieren und Ausfälle mit Uhrzeit notieren; Muster über Tageszeit weisen auf Temperatur- oder Feuchteeinflüsse hin.
Feuchte dort messen, wo sie Wirkung hat
In Handwerksbetrieben entscheidet dieselbe Messtechnik über die Produktqualität: Ein Teig, der bei 26 °C und 75 Prozent relativer Feuchte reift, reagiert auf jede Schwankung, und https://boulangerie-epi-or.ch/ zeigt, wie eng Klimadaten und Handwerk zusammenhängen. Wer dort mit Wettigo-Sensoren arbeitet, verschiebt den Fokus von der Außenwetterlage auf die Raumfeuchte – und merkt schnell, dass ein Sensor in Wandnähe andere Werte liefert als einer über der Arbeitsfläche.
Wann ein Repeater günstiger ist als ein neuer Sensor
Ein zusätzlicher Sensor löst kein Dämpfungsproblem, wenn die Strecke bereits an einer Wand scheitert. Ein Repeater auf halber Wegstrecke, idealerweise mit Sichtverbindung zu beiden Enden, kostet weniger als ein Ersatzgerät und halbiert die effektive Distanz. Erst wenn auch damit Lücken bleiben, lohnt der Wechsel auf ein System mit größerer Sendeleistung oder anderer Frequenz – und die alte Station bleibt als Zweitmessung für Vergleichsdaten nützlich.